Skoliose

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Idiopathische Skoliose
Es gibt eine Vielzahl von Ursachen für eine Skoliose, zum Beispiel durch Unfälle, Muskelerkrankungen und vieles mehr. Bei diesem Artikel geht es jedoch primär um die sogenannte idiopathische Form dieser Erkrankung, da sie mit Abstand die häufigste Form darstellt.

Der Begriff „idiopathisch“ bedeutet, dass die Ursache dafür nicht bekannt ist. Sie entsteht vor allem im Wachstum, und wird meist im Alter von 12 bis 14 Jahren entdeckt. In über 80% der Fälle sind Mädchen betroffen. Das Risiko ist übrigens höher, wenn bereits bei einem nahen Familienmitglied eine Skoliose bekannt war oder ist.
Wie äußert sich eine Skoliose?
Dies hängt vor allem davon ab, wie stark die Wirbelsäulenverkrümmung ausgeprägt ist. Meist haben die betroffenen Kinder oder Jugendlichen keine Schmerzen oder andere Beeinträchtigungen. Allerdings sind stärkere Verformungen äußerlich sichtbar, sodass es den Ärzten oder Eltern auffällt. Unter Umständen bemerkt man einen Schiefstand der Schultern, oder wenn du z.B. im Stehen die Arme locker hängen lässt, berührt ein Unterarm das Becken, während der andere Arm einigen Abstand zum Becken aufweist. Wirklich aussagekräftig ist jedoch nur der Vorneigetest.
Wenn du dich nach vorne beugst, kann oftmals ein sogenanntes Rippenpaket beobachtet werden.
Offensichtliches Rippenpaket rechts
Offensichtliches Rippenpaket rechts von vorne
Erst wenn wenn eine starke Skoliose über eine längere Zeit besteht, können durch Abnützungserscheinungen an der Wirbelsäule auch Schmerzen entstehen. Schreitet die Verkrümmung weiter fort, kann sogar die Funktion einiger Organe, wie Herz und Lunge, gestört werden.
Unterschiedliche Skoliose-Muster

Unterschiedliche Skoliose-Muster: Gleiche Cobb-Winkel können, abhängig vom Krümmungsmuster, klinisch unterschiedlich aussehen. Alle Patienten auf diesem Bild haben einen Cobb-Winkel von 40 Grad.

© 2008 Weiss and Goodall; licensee BioMed Central Ltd.

Diagnose
Ist ein gewisser Schiefstand erst einmal aufgefallen, geht´s im besten Fall zum Arzt. Dieser wird nach einem Gespräch eine körperliche Untersuchung durchführen. Keine Angst, dass tut nicht weh. Du musst dich dafür nur mehrmals gerade hinstellen, bücken, wieder aufrichten, hinsetzen, etc. Erhärtet sich auch hier der Verdacht auf eine Skoliose, wird deine Wirbelsäule mehrmals geröntgt. Mithilfe der Bilder wird nun der genaue Schiefstand ermittelt.
Von einer Skoliose spricht man ab einem Cobb-Winkel von 10°. Unter 25° spricht man von einer leichten Skoliose, sind es über 50 Grad, handelt es sich um eine schwere Form.
Röntgenbild einer Skoliose
Therapie
Ob überhaupt behandelt werden muss, richtet sich vor allem nach der Schwere der Fehlstellung, deinem Alter und ob du dadurch bereits körperliche Beeinträchtigungen oder gar Schmerzen hast. Zumindest sollten jedoch unbedingt regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden, da sich bei einem raschen Wachstum, eine vorerst nur leichte Skoliose, schnell in eine schwere Form entwickeln kann.

Bei leichten Formen ist oftmals eine regelmäßige Krankengymnastik ausreichend. Durch entsprechende Übungen wird die Muskulatur an den richtigen Stellen gestärkt, sodass der „Zug“ der Muskulatur ausreicht um die Wirbelsäule aufzurichten und zu stabilisieren. Bitte bedenke jedoch, dass du die Übungen am besten täglich auch zu Hause wiederholst. Die unregelmäßig stattfindenden Therapieeinheiten bei der Physiotherapie sind praktisch NIE ausreichend!
Getragenes Cheneau-Korsett
Röntgenbilder einer Skoliose vor und nach der Operation.
Zudem erfordern Wirbelsäulenverkrümmungen über 25 Grad oftmals die unterstützende Behandlung mit einem Korsett. Damit kann über Druck von außen sowie Zug, der Rumpf fixiert und eine weitere Verdrehung verhindert werden. Damit dies gelingt, muss das Korsett in vielen Fällen mindestens 22 Stunden am Tag getragen werden und zwar solange, bis das Wachstum abgeschlossen ist. Dies kann mit einem Handwurzelröntgen, oder durch ein Röntgen des Beckenkamms bestimmt werden, indem das sogenannte Risserstadium definiert wird. Im Normalfall ist ab Risser 3-4 das Knochenwachstum soweit abgeschlossen, dass eine Korrektur mittels Korsett danach nicht mehr möglich ist. In der Regel ist dies zwischen 16 und 18 Jahren der Fall aber immer im Einzelfall zu entscheiden.

Gerade in der Pubertät führt ein Korsett, gepaart mit diversen körperlichen Einschränkungen, zu großen psychischen Belastungen. Hier kann der Austausch mit anderen betroffenen Jugendlichen, etwa unterstützt durch dieses Forum, eine große Hilfe sein.

Bei schweren Skoliosen über 50 Grad muss auch über einen operativen Eingriff nachgedacht werden. Vor allem dann, wenn alle anderen Therapiemethoden keine Besserung gebracht haben oder der Schiefstand sogar weiter zunimmt. Dabei werden bestimmte Abschnitte der Wirbelsäule versteift.
Bis zum Ende des Knochenwachstums sollte auf jeden Fall versucht werden, einen Cobb-Winkel von unter 30° zu erreichen. Über 30° steigt das Risiko einer lebenslangen Progredienz, d.h. einer lebenslangen Zunahme der Verkrümmung stark an.
Alternativmedizinische Therapieansätze
Neben den vielfältigen Möglichkeiten der Schulmedizin, können unterstützend dazu auch noch weitere Behandlungsformen eingesetzt werden. Dazu zählen insbesondere die Osteopathie, die Kraniosakraltherapie sowie das Rolfing ©.
Bei Gelegenheit werden ich in Zukunft meine Internetseite mit diesbezüglichen Information ergänzen.

Alle Inhalte dieser Seite dienen ausschließlich deiner Information. Sie ersetzen nie eine ärztliche Untersuchung bzw. Behandlung.